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Zertifizierte Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) für Kassensysteme

TSE-Pflicht für Kassen: Was ist eine Technische Sicherheitseinrichtung? ✓ Wie funktioniert sie? ✓ Wer braucht sie? ✓ BSI-Zertifizierung ✓ Alle Infos verständlich erklärt

Zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) für Kassensysteme - Tillhub Blog

Seit 2020 ist sie Pflicht: Die Technische Sicherheitseinrichtung, kurz TSE. Jedes elektronische Kassensystem in Deutschland muss eine BSI-zertifizierte TSE nutzen, andernfalls können bei schwerwiegenden Verstößen gegen die TSE-Pflicht Bußgelder von bis zu 25.000 Euro (§ 379 AO) drohen. Doch was genau verbirgt sich hinter der TSE?

Was ist eine TSE? – Kurz erklärt

Eine TSE (Technische Sicherheitseinrichtung) ist eine vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (kurz: BSI) zertifizierte Komponente, die seit 2020 in elektronischen Kassensystemen Pflicht ist. Sie zeichnet jeden Kassenvorgang manipulationssicher auf, signiert ihn kryptographisch und macht nachträgliche Änderungen technisch unmöglich. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 25.000 €.

Das Wichtigste zur TSE in Kürze:

  • Die TSE-Pflicht gilt seit 2020 für alle elektronischen Kassensysteme
  • Noch sind offene (nicht elektronische) Ladenkassen erlaubt, die keine TSE benötigen. Ab 2027 könnte es jedoch eine Registrierkassenpflicht geben.
  • Eine TSE zeichnet jeden Kassenvorgang manipulationssicher auf
  • Jeder Kassen-Bon erhält eine kryptographische Signatur
  • Eine TSE muss BSI-zertifiziert sein
  • Bei Verstoß gegen die TSE-Pflicht drohen Bußgelder

Teil der Themenreihe

Gesetzeskonforme Kassensysteme

Dieser Artikel behandelt einen Teilaspekt der Kassensystem-Compliance. Der Hauptartikel gibt Dir einen vollständigen Überblick über alle Pflichten, rechtlichen Grundlagen und Praxis-Tipps.

Zum Leitartikel: Gesetzeskonformes Kassensystem 2026

Inhaltsverzeichnis Technische Sicherheitseinrichtung (TSE)

Jede elektronische Kasse muss seit 1.4.2021 über eine TSE verfügen, ansonsten wird die Kasse als nicht gesetzeskonform angesehen und dies kann zu empfindlichen Strafen führen.

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Technische Sicherheitseinrichtung als Teil der KassenSichV

Seit Januar 2020 ist in Deutschland die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) in Kraft. Sie schreibt vor, dass alle elektronischen Registrierkassen eine manipulationssichere zertifizierte Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) nutzen müssen. Seit 2023 gilt die TSE-Pflicht ausnahmslos – alle Übergangsfristen sind ausgelaufen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vergibt die TSE-Zertifizierungen über autorisierte Prüfstellen.

Du nutzt eine elektronische Registrierkasse und bist Dir unsicher, ob Dein System TSE-konform ist?

Unsere Kassenexperten helfen Dir gerne weiter, informieren über die Möglichkeiten und beantworten alle Fragen rund um Kassensysteme, die KassenSichV und TSE-Lösungen.


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Wofür gibt es die zertifizierte TSE für Kassen?

Die TSE als Bestandteil der GoBD und der Kassensicherungsverordnung 2020 (kurz KassenSichV) soll die Steuerhinterziehung eindämmen. Vor 2020 war es in Deutschland noch relativ einfach, Kassenvorgänge zu manipulieren und somit Steuern zu hinterziehen.

Die Technische Sicherheitseinrichtung macht Kassenmanipulation praktisch unmöglich:

  • Jeder Kassenvorgang wird kryptographisch versiegelt
  • Nachträgliche Änderungen sind technisch unmöglich
  • Jeder Bon ist mit Vorgänger und Nachfolger verkettet
  • Fehlt ein Bon in der Kette, ist das für das Finanzamt sofort erkennbar

Ziel der TSE-Einführung war also Kassensysteme manipulationssicher zu machen und dem Finanzamt zuverlässige Prüfmöglichkeiten zu geben.

Was ist die TSE genau?

 

Die zertifizierte TSE (Technische Sicherheitseinrichtung) erfasst, codiert, signiert und archiviert alle Kassenvorgänge, um Manipulationen zu vermeiden.

Die TSE setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

  1. Das Sicherheitsmodul: Dieses stellt sicher, dass alle Eingaben in eine Kasse ab der Installation der TSE lückenlos aufgezeichnet und nicht mehr verändert werden können.
  2. Das Speichermedium: Auf diesem werden alle Kassenvorgänge für die Dauer der gesetzlich erforderlichen Aufbewahrungsfrist sicher und lückenlos gespeichert.
  3. Eine einheitliche digitale Schnittstelle: Diese soll eine einheitliche störungsfreie Datenübertragung an das Finanzamt gewährleisten. So können die Daten einfach exportiert, dem Finanzamt übertragen und dort geprüft werden.

TSE Kasse

Wer benötigt die TSE?

Jeder, der eine elektronische Registrierkasse verwendet, muss eine zertifizierte TSE verwenden. Das beinhaltet EDV-gestützte Registrierkassen mit eigener Software und eigenem Betriebssystem, PC-Kassensysteme und App-Kassensysteme, die ein Smartphone oder Tablet zum Kassieren verwenden.

Alle Übergangsfristen, die es gab, sind mittlerweile ausgelaufen: Die letzte Übergangsfrist für nicht-umrüstbare Altkassen endete am 31.12.2022. Seit 2023 gilt die TSE-Pflicht also ausnahmslos.

TSE-Pflicht in Deiner Branche

Die TSE-Pflicht gilt für alle elektronischen Kassen und zwar egal ob Du einen Laden, ein Restaurant oder einen Dienstleistungsbetrieb führst:

  • Friseure & Kosmetik: Tablet-Kassen mit Cloud-TSE sind besonders praktisch: kein USB-Stick-Chaos
  • Gastronomie: Auch mobile Bestellsysteme (iPad-Kassen) brauchen eine TSE
  • Einzelhandel: PC-Kassen und Waagen-Kassen müssen TSE-fähig sein
  • Handwerk: Mobile Kassenlösungen mit Cloud-TSE funktionieren auch unterwegs
  • Vereine & Selbstständige: Wenn Du eine elektronische Kasse nutzt, gilt die TSE-Pflicht auch für Dich und zwar unabhängig von Betriebsgröße oder Rechtsform

Wie funktioniert die TSE?

Welche Daten werden durch die TSE gesichert?

Generell sollen durch die technische Sicherheitseinrichtung alle Geschäftsvorgänge aufgezeichnet und gesichert werden. Diese müssen in einem manipulationssicheren Protokoll gelistet und jederzeit exportierbar sein.

Auf folgende Daten will das Finanzamt zugreifen:

  • Zeitlicher Beginn und Ende jedes Vorgangs
  • Art des Vorgangs mit allen spezifischen Daten des Vorgangs
  • Zahlungsweise
  • Eine nachvollziehbare und konstante Transaktionsnummer
  • Prüfwert
  • Seriennummer des Aufzeichnungssystems oder Sicherheitsmoduls

Was beinhaltet die technische Sicherheitseinrichtung?

Die technische Sicherheitseinrichtung (TSE), die Deine Kasse seit 2020 benötigt, muss eine vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (kurz: BSI) zertifizierte Einrichtung sein, die folgende Bestandteile enthält:

  • ein Sicherheitsmodul,
  • ein Speichermedium und
  • eine einheitliche digitale Schnittstelle

Das Sicherheitsmodul gewährleistet die nahtlose Aufzeichnung aller Geschäftsvorgänge, die mit einer Kasse ausgeführt werden. Jede Transaktion und jede Stornierung soll für die Behörden nachvollziehbar aufgelistet werden, um möglichen Steuerbetrug aufdecken zu können. Damit ist das Sicherheitsmodul salopp gesagt ganz einfach ein Überwachungssystem.

Auf dem Speichermedium sollen alle Umsatzdaten, die für den Steuervollzug unerlässlich sind, gesichert werden. Diese müssen mindestens 5 Jahre nach dem letzten Einsatz der TSE aufbewahrt werden. Dafür sieht das Bundesamt der Finanzen ein Code-System vor, wodurch die gesammelten Daten nachträglich nicht mehr verändert werden können.

Das Code-System markiert alle Belege in richtiger Reihenfolge, so dass eine kohärente Aufzeichnungskette entsteht. Ist die Reihenfolge dieser Kette unterbrochen, ist klar, dass die Aufzeichnungen manipuliert wurden.

Zuletzt soll durch die einheitliche digitale Schnittstelle die Betriebsprüfung zweckmäßig erleichtert werden, indem eine einheitliche Datenübertragung zwischen dem Kassensystem und der Prüfsoftware des Finanzamtes ermöglicht wird. Das standardisierte Dateiformat DSFinV-K (Digitale Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme) soll Manipulation bei der Datenübertragung ausschließen und die Daten jederzeit für die Betriebsprüfer exportierbar machen.

Die TSE kann als zusätzliche Hardware oder als Cloud-basierte Lösung an die Kasse angebracht werden. Die Kosten, die damit für die Sicherheitseinrichtung zusätzlich anfallen, werden vom Staat allerdings nicht übernommen.

Beim Kassiervorgang läuft es also folgendermaßen ab:

  1. Der Kassierer bzw. die Kassiererin startet den Kaufprozess eines Kunden an der Kasse.
  2. Die Kasse schickt hierbei ein Signal an die TSE.
  3. Die TSE generiert eine verschlüsselte Signatur für diesen Kaufprozess und sendet sie an die Kasse zurück. Bei der Signatur ist außerdem der Vorgänger- und der Nachfolgerbeleg nachvollziehbar.
  4. Der Kassierer schließt den Kaufprozess ab und die einzigartige Signatur dieses Kaufprozesses wird auf dem Kassenbon ausgewiesen.
  5. Der Kassierer ist verpflichtet, diesen Kassenbon dem Kunden anbieten. Der Kunde ist nicht verpflichtet, ihn anzunehmen.Mehr zu der seit 2020 geltenden Belegausgabpflciht findest Du in unserem Blog-Artikel Belegausgabepflicht "Kassenbon-Pflicht.

Alle Tillhub Kassen sind mit der vom BSI zertifizierten TSE Cloud Lösung von Fiskaly kompatibel. Dabei werden alle Daten automatisch sicher in der Cloud gespeichert.

Cloud-TSE vs. Hardware-TSE

Während Hardware-TSE (USB-Sticks, SD-Karten) physisch an jede Kasse angeschlossen werden müssen, bietet die Cloud-TSE entscheidende Vorteile für Deinen Geschäftsalltag:

  Cloud-TSE (Tillhub) Hardware-TSE
Installation ✓ In 5 Minuten online aktiviert ✗ USB-Stick pro Kasse nötig
Wartung ✓ Automatische Updates ✗ Manueller Austausch nötig
Mehrere Kassen ✓ Eine Cloud-TSE für mehrere Kassen nutzbar (jede mit eigener Client-ID) ✗ Je Kasse eine eigene TSE
Ortsunabhängig ✓ Funktioniert überall mit Internet ✗ Kann verloren gehen

Tillhub nutzt die Cloud-TSE von Fiskaly – BSI-zertifiziert, DSGVO-konform und sofort einsatzbereit.

Wozu wird die zertifizierte TSE eingesetzt?

Die zertifizierte Technische Sicherheitseinrichtung, als Bestandteil der Kassensicherungsverordnung 2020, ist eine zusätzliche Maßnahme gegen Steuerhinterziehung. Schätzungsweise werden in Deutschland allein jährlich 125 Milliarden Steuern hinterzogen, in ganz Europa 825 Milliarden.

Deutschland liegt bei den Steuerverlusten pro Jahr europaweit auf Platz 2 hinter Italien. Dem soll nun ein Ende gesetzt werden. Die zertifizierte TSE in Kombination mit der Belegausgabepflicht soll dabei helfen.

Die TSE wird besonders wichtig bei unangekündigten Kassennachschauen, wo Finanzbeamte die TSE-Daten sofort prüfen können.

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Häufige TSE-Probleme und Lösungen

TSE ausgefallen – was jetzt?

Erscheint auf Deinem Kassenbon plötzlich "TSE ausgefallen"? Keine Panik – das lässt sich meist schnell beheben:

  • Internetverbindung prüfen (bei Cloud-TSE): Stelle sicher, dass Deine Kasse online ist
  • TSE-Zertifikat abgelaufen? Alle 5 Jahre muss die Zertifizierung erneuert werden. Bei einer Cloud-TSE (wie bei den Tillhub Kassen) erfolgt das automatisch, bei einer Hardware-TSE musst Du Dich selbst darum kümmern.
  • Immer noch Probleme? Unser Support-Team hilft Dir weiter

Wichtig: Dokumentiere den Ausfall schriftlich fürs Finanzamt (Datum, Dauer, Ursache) – das kann bei einer Kassennachschau wichtig werden.

Wo finde ich die TSE-Seriennummer?

Die TSE-Seriennummer steht auf jedem Deiner Kassenbons in der Fußzeile.


Stellen Kassensystem-Anbieter diese TSE her?

Aktuell sind uns keine Kassensystem-Anbieter bekannt, die die Technische Sicherheitseinrichtung selbst produzieren. Die ca. 1000 verschiedenen deutschen Kassenanbieter verwenden extern erstellte zertifizierte TSE-Lösungen bzw. sorgen dafür, dass diese über eine Anbindung (über ein API – Application Interface) mit ihrem Kassensystem kompatibel ist.

kassensichv TSE

Wer zertifiziert die TSE?

Bisher wurden bereits einige Prüfstellen offiziell vom BSI anerkannt, die die technischen Sicherheitseinrichtungen zertifizieren dürfen. Hierunter befinden sich beispielsweise:

Woher bekomme ich eine TSE?

Am sinnvollsten ist es, mit Deinem Kassensystemanbieter in Kontakt zu treten und nachzufragen, welche technische Sicherheitseinrichtungslösung dieser anbietet.

Kontaktiere uns gerne und lass Dich zu unseren TSE-Kassen beraten

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Welche TSE sind bereits zertifiziert?

Offiziell zertifiziert sind nun bereits einige technische Sicherheitseinrichtungen aus unterschiedlichen Bereichen, wie zum Beispiel die fiskaly Cloud-TSE, die von den Tillhub Kassen verwendet wird.

Die aktuelle Liste der zertifizierten TSE findet sich auf der Website des BSI, jeweils mit der eigens vergebenen Zertifizierungsnummer zur Verifizierung.

Achtung: 5 Jahre nach der vollständigen Zertifizierung muss jede TSE-Zertifizierung erneuert werden.

Kassenanbieter wie Tillhub kooperieren mit Unternehmen wie Fiskaly, damit die TSE optimal mit dem iPad Kassensystem kompatibel ist und schnell und unkompliziert implementiert werden kann.

So stellen diese Unternehmen sicher, dass die gemeinsamen Kunden mit ihren Kassen auch in Zukunft sorgenfrei jederzeit finanzamtkonform bleiben und von einer idealen Lösung profitieren.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu Deiner individuellen Situation wende Dich bitte an Deinen Steuerberater oder die zuständige Finanzbehörde.

Sabrina
gepostet von Sabrina