Bis zu 25.000 Euro Bußgeld – so viel kann Dich ein nicht-konformes Kassensystem kosten. Seit 2020 hat der Gesetzgeber die Anforderungen an elektronische Kassensysteme in Deutschland massiv verschärft: TSE-Pflicht, Belegausgabepflicht, Meldepflicht beim Finanzamt. Und das ist noch nicht alles, denn ab 2027 könnte für viele Betriebe sogar eine Registrierkassenpflicht kommen.
Bei dieser Vielzahl an Gesetzen und Verordnungen ist es schwer, den Überblick zu behalten. Welche Regelungen gelten aktuell? Was muss Dein Kassensystem konkret erfüllen? Und wo findest Du die Details?
Dieser Compliance-Guide beantwortet genau diese Fragen. Er zeigt Dir alle rechtlichen Anforderungen an Kassensysteme in Deutschland – kompakt, übersichtlich und mit Links zu allen Detail-Informationen.
Themenübersicht "Gesetzeskonformes Kassensystem"
- Was ist ein gesetzeskonformes Kassensystem 2025?
- Warum ist ein gesetzeskonformes Kassensystem wichtig?
- Gibt es eine Registrierkassenpflicht in Deutschland?
- Strafen & Bußgelder bei Verstößen gegen Kassengesetze
- FAQ: Gesetzeskonformes Kassensystem
Was ist ein gesetzeskonformes Kassensystem 2025?
Ein gesetzeskonformes Kassensystem muss in Deutschland 2025 verschiedene Anforderungen erfüllen. Diese Anforderungen kommen aus unterschiedlichen Gesetzen und Verordnungen.
Um Dir den Überblick zu erleichtern, haben wir alles in zwei Tabellen aufgeteilt:
Tabelle 1 zeigt Dir die verschiedenen Gesetze und Verordnungen, also den rechtlichen Rahmen. Hier siehst Du, welche Regelungen es zum Thema Kassen gibt und was sie jeweils regeln.
Tabelle 2 zeigt Dir die konkreten Pflichten, die aus der Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) folgen, also was Du praktisch umsetzen musst.
Zu jedem Punkt findest Du einen Link zu einem ausführlichen Ratgeber-Artikel mit allen Details.
Rechtlicher Rahmen
Diese Tabelle zeigt Dir, welche Gesetze und Verordnungen für Kassensysteme in Deutschland gelten:
| Verordnung/Gesetz | Was regelt es? | Details |
|---|---|---|
| Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) | Technische Anforderungen für elektronische Kassensysteme (seit 2020) | → KassenSichV-Überblick |
| GoBD | Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (seit 2015) | → GoBD-Doku |
| § 146b AO | Unangekündigte Kassennachschau (seit 2018) | → Kassennachschau |
| Geplant ab 2027 | Registrierkassenpflicht für Betriebe ab 100.000 € Jahresumsatz (noch nicht beschlossen). Alle Details zur geplanten Registrierkassenpflicht | |
Konkrete Anforderungen der KassenSichV
Diese Tabelle zeigt Dir, was die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) konkret von Dir fordert:
| Anforderung | Beschreibung | Details |
|---|---|---|
| TSE-Pflicht | Zertifizierte Technische Sicherheitseinrichtung seit 2020 | → TSE erklärt |
| Belegausgabepflicht | Digitaler oder gedruckter Kassenbon für jeden Vorgang | → Bonpflicht |
| Elektronische Meldepflicht | Kassen-Registrierung beim Finanzamt (Frist: 31.07.2025) | → Meldepflicht TSE |
| DSFinV-K Export | Standardisierter Datenexport für Finanzamtsprüfungen | → Im Kassennachschau-Artikel |
Die gesetzliche Basis für alle diese Pflichten und Verordnungen bilden die GoBD (Grundsätze zur ordnungsgemäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern), die seit 2015 gelten und durch die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) von 2017 und 2020 erweitert wurden.
Warum ist ein gesetzeskonformes Kassensystem wichtig?
Verstöße gegen die Kassengesetze und -verordnungen können teuer werden. Das Finanzamt hat die Strafen seit 2020 deutlich verschärft. Es gibt Bußgelder von bis zu 25.000 Euro für nicht-konforme Kassensysteme und von bis zu 5.000 Euro für fehlende Meldungen oder falsche Belege. Darüber hinaus kann das Finanzamt seit 2018 jederzeit unangemeldet eine Kassennachschau durchführen, d.h. wenn Du nicht vorbereitet bist, riskierst Du hohe Bußgelder.
Du fragst Dich, welche Art von Kassensystem grundsätzlich zu Deinem Geschäft passt? Dann lies hier weiter: Welche Kassensysteme gibt es und wo sind die Unterschiede?
In diesem Artikel hier fokussieren wir uns auf die rechtlichen Anforderungen an gesetzeskonforme Kassensysteme und zeigen Dir die wichtigsten Neuerungen wie die Registrierkassenpflicht ab 2027. Darüber hinaus erklären wir Dir, worauf Du jetzt achten musst. Für technische Details zu einzelnen Themen haben wir Dir die entsprechenden Spezialartikel verlinkt.
Gibt es eine Registrierkassenpflicht in Deutschland?
Nein, aktuell gibt es keine allgemeine Registrierkassenpflicht. Du kannst frei entscheiden, ob Du eine elektronische Kasse oder eine offene Ladenkasse nutzt.
Ab 2027 könnte sich das ändern: Laut Koalitionsvertrag ist eine Registrierkassenpflicht für Betriebe ab 100.000 Euro Jahresumsatz geplant (noch nicht beschlossen).
Alle Infos zur geplanten Registrierkassenpflicht: Wer ist betroffen? Was ändert sich? Was tun?
Strafen & Bußgelder bei Verstößen gegen Kassengesetze
Verstöße gegen die Kassengesetze können teuer werden: Das Finanzamt hat die Strafen seit 2020 deutlich verschärft. Die Rechtsgrundlage bildet § 379 AO (Steuergefährdung).
Übersicht der wichtigsten Bußgelder nach § 379 AO
Bis zu 25.000 Euro Bußgeld (§ 379 Absatz 6 AO)
- Nicht ordnungsgemäße Aufzeichnung oder Verbuchung von Geschäftsvorfällen (§ 379 Abs. 1 Nr. 3)
- Verwendung eines nicht-konformen Kassensystems ohne TSE (§ 379 Abs. 1 Nr. 4)
- Fehlender Schutz des Kassensystems gegen Manipulation (§ 379 Abs. 1 Nr. 5)
- Inverkehrbringen nicht-konformer Kassensysteme oder Software (§ 379 Abs. 1 Nr. 6)
- Nicht ordnungsgemäße Aufbewahrung von Unterlagen (§ 379 Abs. 1 Nr. 7)
Bis zu 5.000 Euro Bußgeld (§ 379 Absatz 4 AO)
- Ausstellen unrichtiger Belege (§ 379 Abs. 1 Nr. 1)
- Verstöße gegen die Belegausgabepflicht
- Fehlende oder unvollständige Aufzeichnungen nach § 144 AO
Wichtig: Diese Bußgelder können sich bei Wiederholungsverstößen deutlich erhöhen. Zudem hat das Finanzamt seit 2018 das Recht, jederzeit unangemeldet eine Kassennachschau durchzuführen (§ 146b AO).
Umsatzschätzung durch das Finanzamt
Besonders problematisch wird es, wenn das Finanzamt aufgrund schwerwiegender Mängel in der Kassenführung eine Umsatzschätzung vornimmt. In diesem Fall schätzt die Finanzbehörde Deine Umsätze – meist zu Deinen Ungunsten. Die daraus resultierende Steuernachzahlung kann schnell in die Zehntausende gehen und ist oft deutlich höher als die Bußgelder selbst.
Eine ordnungsgemäße Kassenführung mit einem gesetzeskonformen Kassensystem schützt Dich vor dieser Gefahr.
Häufige Verstöße, die zu Strafen führen
- Verwendung eines Kassensystems ohne zertifizierte TSE (§ 379 Abs. 1 Nr. 4 AO)
- Kassensystem wurde nicht beim Finanzamt gemeldet – verpflichtend seit 2025
- Keine ordnungsgemäße Belegausgabe oder fehlende Belege (§ 379 Abs. 1 Nr. 1)
- Kassendaten können nicht vollständig exportiert werden
- Fehlende oder mangelhafte Verfahrensdokumentation
- Nachträgliche Manipulation von Kassendaten
Rechtsgrundlage: § 379 Abgabenordnung (AO) – Steuergefährdung
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu Deiner individuellen Situation wende Dich bitte an Deinen Steuerberater oder die zuständige Finanzbehörde.
FAQ: Gesetzeskonformes Kassensystem
- Was ist ein gesetzeskonformes Kassensystem in Deutschland?
-
Ein gesetzeskonformes Kassensystem erfüllt alle aktuellen gesetzlichen Vorgaben für die Kassenführung.
Das bedeutet, Deine Kasse muss GoBD-konform arbeiten, eine zertifizierte TSE (Technische Sicherheitseinrichtung) nutzen und alle Kassenbelege manipulationssicher sowie mindestens zehn Jahre lang aufbewahren.
Die zentralen Vorgaben findest Du in den GoBD sowie in der Kassensicherungsverordnung (KassenSichV).
- Welche gesetzlichen Anforderungen gelten 2025 für Kassensysteme in Deutschland?
-
Jede elektronische Kasse in Deutschland muss seit 2020 über eine zertifizierte TSE verfügen.
Darüber hinaus gibt es eine Belegausgabepflicht, die für elektronische Kassen ebenfalls verbindlich ist, d.h. für jeden Geschäftsvorfall muss ein Kassenbon erstellt und ausgegeben werden, digital oder auf Papier. Alle Kassendaten müssen geordnet, vollständig und unveränderbar gespeichert werden.
Seit 2025 gilt die elektronische Meldepflicht, das heißt, jedes Kassensystem muss offiziell beim Finanzamt registriert sein.
- Welche Strafen drohen in Deutschland bei Verstößen gegen die Kassenregeln?
-
Wer bei der Kassenführung gegen die Vorschriften verstößt, riskiert Bußgelder von bis zu 25.000 Euro (§ 379 AO). Besonders empfindlich reagiert das Finanzamt bei nicht-konformen Kassensystemen (z. B. ohne TSE), bei fehlenden oder fehlerhaften Belegen, mangelnder Nachvollziehbarkeit oder nicht gemeldeten Kassen.
Seit 2018 kann übrigens jederzeit und ohne Vorankündigung eine Kassennachschau stattfinden. Wer hier nicht vorbereitet ist, muss mit empfindlichen Konsequenzen rechnen, dazu gehört im Zweifel auch eine (nachteilige) Schätzung der Umsätze.

Der beste Schutz vor Bußgeldern ist ein vollständig gesetzeskonformes Kassensystem. Unsere Tillhub Kassensysteme sind von Beginn an auf alle gesetzlichen Anforderungen ausgelegt und werden durch kostenfreie Updates automatisch an neue Regelungen angepasst. So bleibst Du immer auf der sicheren Seite.
Du suchst nach einer neuen Kasse? Wir helfen Dir gerne weiter, lass Dich jetzt kostenlos und unverbindlich von einem unserer Kassenexperten beraten.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Für verbindliche Auskünfte zu Deiner individuellen Situation wende Dich bitte an Deinen Steuerberater oder die zuständige Finanzbehörde.
Diese Artikel könnten Dir auch gefallen:
- Änderungen bei der gesetzlichen Gewährleistung seit 2022
- Meldepflicht von TSE-Kassen beim Finanzamt - Welche Frist gilt bei der Kassenanmeldung?
- Verpackungsgesetz: Umweltfreundliche Verpackungen
- Trinkgeld versteuern: Das musst Du 2025 unbedingt beachten
- Belegausgabepflicht "Kassenbon-Pflicht" seit 2020 - Wichtiges
