Ob Städtereise, Geschäftsaufenthalt oder Urlaub in einer beliebten Ferienregion: Touristen sind für viele Einzelhändler eine unterschätzte Umsatzquelle. Shopping gehört für viele Reisende zu den beliebtesten Aktivitäten, und neben Übernachtungen, Gastronomie und Freizeitaktivitäten kannst auch Du als Einzelhändler von dieser zusätzlichen Kaufkraft profitieren.
Laut HDE Standortmonitor 2024 schätzt der Handelsverband Deutschland die Ausgaben von Urlaubern im Inland allein während der Sommersaison auf rund 5 Milliarden Euro im Einzelhandel. Wir zeigen Dir, wie Du mehr Touristen in Dein Geschäft holst und dieses ungenutzte Umsatzpotenzial nutzen kannst.
Warum Touristen eine attraktive Zielgruppe für Einzelhändler sind
Touristen unterscheiden sich in ihrem Kaufverhalten deutlich von Stammkunden. Während Einheimische meist mit einem konkreten Bedarf einkaufen, lassen sich Reisende stärker von Emotionen, spontanen Entdeckungen und besonderen Erlebnissen leiten. Sie suchen nach regionalen Produkten, einzigartigen Erinnerungsstücken oder kleinen Mitbringseln für Familie und Freunde.
Für Dich als Einzelhändler eröffnet sich dadurch die Chance, zusätzliche Umsätze zu generieren, neue Zielgruppen anzusprechen und somit die Abhängigkeit von lokaler Kundschaft zu reduzieren.
Spontankäufe und Erinnerungskäufe gezielt fördern
Gerade im Tourismus spielen Impulskäufe eine wichtige Rolle. Viele Besucher betreten ein Geschäft ohne eine konkrete Kaufabsicht und entscheiden sich erst vor Ort für einen Artikel. Attraktiv präsentierte Produkte, regionale Besonderheiten oder limitierte Angebote können bei dieser Art von Kunden den entscheidenden Kaufimpuls auslösen.
Besonders erfolgreich sind oft Produkte, die eine emotionale Verbindung zum Aufenthaltsort herstellen. Ob regionale Spezialitäten, handgefertigte Souvenirs oder exklusive Stadt-Editionen, Touristen kaufen nicht nur ein Produkt, sondern häufig auch eine Erinnerung an ihre Reise.

Wie Touristen Dein Geschäft finden
Selbst das beste Sortiment bringt wenig, wenn Touristen gar nicht wissen, dass es Dein Geschäft gibt. Während Deine Stammkunden gezielt vorbeikommen oder Dich bereits kennen, müssen Besucher oft erst herausfinden, wo sie einkaufen können.
Google Maps ist oft der erste Berührungspunkt
Wer in einer fremden Stadt unterwegs ist, greift meistens zum Smartphone. Ob auf dem Weg vom Hotel zur Sehenswürdigkeit oder während eines Stadtbummels, viele Touristen suchen spontan nach Geschäften in der Nähe. Sie suchen dabei z.B. nach:
- Souvenirshop in der Nähe
- regionale Spezialitäten kaufen
- Geschenkideen vor Ort
- Einzelhandel Innenstadt
Und genau deshalb sollte Dein Google-Unternehmensprofil immer aktuell sein. Öffnungszeiten, Telefonnummer, Adresse und aussagekräftige Fotos helfen Besuchern dabei, sich schnell einen Eindruck zu verschaffen. Gerade wenn mehrere Geschäfte zur Auswahl stehen, können aktuelle Informationen den Ausschlag geben.
Viele Touristen entscheiden erst kurz vor dem Ladenbesuch, wohin sie gehen. Wer dann bei Google Maps sichtbar ist und einen guten ersten Eindruck hinterlässt, hat deutlich bessere Chancen auf zusätzliche Laufkundschaft.
Kooperationen mit Hotels und Tourismuspartnern nutzen
Nicht jeder Besucher entdeckt ein Geschäft über Google. Oft sind es auch Empfehlungen, die den Unterschied machen.
Hotels, Tourist-Informationen oder Stadtführer werden regelmäßig nach Einkaufsmöglichkeiten gefragt und können deshalb wertvolle Multiplikatoren sein. Schon kleine Kooperationen können Dir helfen, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, beispielsweise durch:
- gemeinsame Flyeraktionen
- Rabattgutscheine für Hotelgäste
- Empfehlungen in Reiseführern / auf Reiseportalen
- Einträge in lokalen Tourismusportalen
Gerade kleinere Händler können dadurch ihre Sichtbarkeit deutlich erhöhen, ohne hohe Werbebudgets investieren zu müssen. Ergänzend dazu lohnt es sich, auch auf Social Media aktiv zu sein, denn viele Reisende recherchieren ihre Ausflugsziele über Instagram und Co.
Wie Du Touristen zum Besuch in Deinem Geschäft motivierst
Sobald ein Tourist auf Dein Geschäft aufmerksam geworden ist, stellt sich die nächste Frage: Warum sollte er gerade bei Dir einkaufen? Hier reicht ein Standardsortiment oft nicht aus. Erfolgreiche Händler schaffen für ihre Kunden einen klaren Mehrwert um sich von anderen Geschäften abzuheben.
Regionale Produkte schaffen echte Kaufanreize
Touristen suchen häufig nach Produkten, die sie nicht überall bekommen. Regionale Spezialitäten, lokale Handwerkskunst oder exklusive Eigenmarken schaffen einen zusätzlichen Anreiz zum Kauf. Je stärker der Bezug zur Region, desto attraktiver wirkt das Angebot. Besucher möchten häufig ein Stück ihres Reiseerlebnisses mit nach Hause nehmen, entweder für sich selbst oder als Geschenk.
Wie Du Dein Geschäft dabei optisch überzeugend in Szene setzt, zeigt der Ratgeber zum richtigen Gestalten eines Schaufensters, denn es ist oft der erste Eindruck, der entscheidet, ob Touristen überhaupt eintreten.
Geheimtipp: Was für Dich normal ist, kann für Touristen ein Highlight sein
Manche der gefragtesten Produkte liegen vielleicht schon direkt in Deinem Regal und Du hast sie nur noch nicht als Touristenmagnet erkannt. Denn was hierzulande zum Alltag gehört, kann im Ausland als exklusive Premiumware oder viraler Must-have gelten.
Mit drei einfachen Schritten findest Du heraus, welche Artikel das bei Dir sein könnten:
Herkunftsländer kennen: Schau Dir an, woher Deine internationalen Besucher kommen. Lokale Tourismusstatistiken oder die Auswertung Deiner Kundendaten liefern hier oft überraschende Hinweise.
Social Media beobachten: Suche auf TikTok oder Instagram nach Begriffen wie „Germany Haul" oder „What to buy in Germany". Dort teilen Reisende, welche deutschen Alltagsprodukte sie begeistert haben und kaufen wollen.
Direkt fragen: Der einfachste Weg ist oft der direkteste. Eine kurze Frage beim Bezahlen („Haben Sie das bei sich zuhause auch?") kann Dir mehr verraten als jede Marktanalyse.
Geschichten verkaufen oft besser als Produkte
Technische Details vergisst man schnell. Was bleibt, sind Geschichten. Deshalb lohnt es sich, die Herkunft und Besonderheiten eines Produkts sichtbar zu machen.
Informationen über traditionelle Herstellungsverfahren, regionale Produzenten oder welche Geschichte oder Anekdote hinter einem Artikel steckt, macht ein scheinbar alltägliches Produkt plötzlich zu etwas ganz Besonderem. Es hebt den Artikel aus der Masse heraus und verwandelt den einfachen Einkauf in ein echtes, persönliches Erlebnis, das man gerne mit nach Hause nimmt.
Ein handgefertigtes Produkt wirkt deutlich wertvoller, wenn Kunden erfahren, wer es hergestellt hat und welche regionale Tradition dahintersteht. Das gilt auch für die gesamte Ladengestaltung und das Storytelling im Retail: Ein stimmiges Erscheinungsbild verstärkt den Kaufanreiz gerade bei Reisenden.

Sprachbarrieren abbauen und Vertrauen schaffen
Internationale Gäste fühlen sich deutlich wohler, wenn wichtige Informationen verständlich und leicht zugänglich sind. Dabei musst Du nicht sämtliche Inhalte in allen möglichen Sprachen verfügbar haben, oft sind es bereits kleine Maßnahmen, die einen großen Unterschied machen können, da sie zeigen, dass Du Dir Gedanken machst.
Englische Basisinformationen bereitstellen
Nicht jeder Tourist spricht Deutsch. Damit sich internationale Besucher trotzdem schnell zurechtfinden und sich wohlfühlen, sollten wichtige Informationen zumindest auf Englisch verfügbar sein. Dazu gehören beispielsweise Öffnungszeiten, akzeptierte Zahlungsmethoden, Rückgabebedingungen oder kurze Produktbeschreibungen.
Schon kleine Anpassungen können dabei helfen, Unsicherheiten abzubauen und die Kaufentscheidung zu erleichtern.
QR-Codes als praktische Übersetzungshilfe
QR-Codes sind eine einfache Möglichkeit, zusätzliche Informationen in mehreren Sprachen bereitzustellen, ohne Schilder oder Regale mit langen Texten zu überladen. Die Kunden können die Codes dann mit ihrem Smartphone scannen und erhalten weiterführende Informationen direkt auf ihrem Gerät.
Das eignet sich besonders für erklärungsbedürftige Produkte, regionale Spezialitäten oder handgefertigte Artikel. Gleichzeitig lassen sich die Inhalte jederzeit aktualisieren, ohne neue Schilder oder Produktkarten drucken zu müssen.
Internationale Kunden erfolgreich zum Kauf führen
Ein häufiger Fehler vieler Händler zeigt sich erst an der Kasse. Denn selbst interessierte Kunden brechen ihren Kauf unter Umständen ab, wenn die bevorzugte Zahlungsmethode nicht verfügbar ist.
Kartenzahlung und Mobile Payment als Standard
Viele internationale Gäste reisen heute nahezu bargeldlos. Sie erwarten die Akzeptanz gängiger Kreditkarten sowie kontaktloser Bezahlverfahren. Dazu gehören insbesondere:
- Visa
- Mastercard
- American Express
- Apple Pay
- Google Pay
Fehlende Zahlungsmöglichkeiten können unmittelbar zu Umsatzverlusten führen. Umgekehrt trägt ein reibungsloser Bezahlprozess dazu bei, Kaufabbrüche zu vermeiden und die Kundenzufriedenheit zu steigern. Warum sich bargeldloses Bezahlen für Händler lohnt und welche Kosten dabei anfallen, erklärt der passende Ratgeber im Detail.
Zahlungsmethoden sichtbar kommunizieren
Kommuniziere akzeptierte Zahlungsmethoden bereits am Eingang und im Kassenbereich; idealerweise auch auf Englisch. Das reduziert die Unsicherheit bei internationalen Gästen und beschleunigt den Checkout.
Touristen als Multiplikatoren nutzen
Der eigentliche Wert eines zufriedenen Touristen endet nicht mit dem Kauf. Viele Reisende teilen ihre Erfahrungen online, hinterlassen Bewertungen oder empfehlen Geschäfte weiter.
Google-Bewertungen aktiv fördern
Positive Bewertungen stärken nicht nur das Vertrauen potenzieller Kunden, sondern verbessern auch die lokale Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bereits wenige zusätzliche Bewertungen können dazu beitragen, häufiger in den lokalen Suchergebnissen und auf Google Maps angezeigt zu werden.
Social-Media-taugliche Erlebnisse schaffen
Besondere Produkte, kreative Präsentationen oder ein außergewöhnliches Einkaufserlebnis werden häufig fotografiert und in sozialen Netzwerken geteilt. Jedes geteilte Foto kann dabei neue potenzielle Besucher auf Dein Geschäft aufmerksam machen. Dies ist oft deutlich glaubwürdiger als klassische Werbung. Wie Du Deine Reichweite auf Instagram und anderen Plattformen gezielt aufbaust, erfährst Du im Beitrag zu Instagram für kleine Unternehmen.
Fazit: Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Mehr Touristen ins Geschäft zu locken erfordert nicht zwangsläufig hohe Investitionen. Oft reichen bereits einige kleine, aber gezielte Anpassungen aus, um die Sichtbarkeit zu erhöhen, Sprachbarrieren abzubauen und den Kaufprozess zu vereinfachen. Besonders wirkungsvoll sind:
- ein optimiertes Google-Unternehmensprofil,
- regionale und exklusive Produkte,
- internationale Zahlungsmethoden,
- mehrsprachige Informationen,
- sowie ein serviceorientiertes Einkaufserlebnis.
Wer diese Faktoren konsequent berücksichtigt, schafft die Grundlage dafür, Touristen als Besucher zu gewinnen und den Umsatz zu erhöhen.
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Häufige Fragen: Touristen als Kunden gewinnen
Müssen für Touristen alle Informationen im Geschäft mehrsprachig sein?
Nein. Es reicht, wichtige Informationen wie Öffnungszeiten, Zahlungsmethoden, Rückgabebedingungen und kurze Produktbeschreibungen zumindest auf Englisch bereitzustellen. Schon das reduziert die Hemmschwelle für internationale Gäste erheblich.
Welche Zahlungsmethoden erwarten internationale Touristen?
Viele internationale Gäste reisen nahezu bargeldlos und erwarten die Akzeptanz gängiger Kreditkarten wie Visa, Mastercard und American Express sowie kontaktloser Bezahlverfahren wie Apple Pay und Google Pay. Fehlende Optionen können direkt zu Kaufabbrüchen führen.
Wie finden Touristen mein Geschäft überhaupt?
Die meisten Besucher orientieren sich über Google Maps und suchen spontan nach Geschäften in der Nähe. Ein aktuelles Google-Unternehmensprofil mit Fotos, Öffnungszeiten und Bewertungen ist deshalb der wichtigste erste Schritt.
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