Du möchtest eine Speisekarte erstellen, die nicht nur gut aussieht, sondern auch mehr Umsatz bringt? Dann bist Du hier genau richtig.
Eine professionelle Speisekarte ist weit mehr als eine simple Auflistung Deiner Speisen und Getränke, sie ist Dein Verkaufsinstrument Nummer 1 in Deinem Restaurant, Deinem Café oder Deinem Foodtruck. Sie beeinflusst, was Deine Gäste bestellen, wie viel sie ausgeben und ob sie wiederkommen.
Wichtig zu wissen: Deine Speisekarte lebt nicht nur am Tisch, Deine Gäste fotografieren sie und teilen sie online. Diese Fotos landen bei Google Business, Instagram und in der Google-Bildersuche. Deshalb ist es entscheidend, dass Deine Speisekarte nicht nur rechtssicher ist, sondern auch digital gut aussieht und aktuelle Preise zeigt.
In diesem Artikel zeigen wir Dir Schritt für Schritt, wie Du eine Speisekarte erstellen kannst, ob online mit Tools wie Canva oder Adobe Express oder klassisch zum Drucken und was Du bei der Konzeption einer Speisekarte beachten solltest. Dabei ist es egal, ob Du gerade erst startest oder Deine bestehende Menükarte optimieren möchtest, dieser Artikel liefert Dir alle wichtigen Informationen, praktische Tipps und direkt umsetzbare Empfehlungen.
Themenübersicht "Speisekarte erstellen"
- Warum eine professionelle Speisekarte entscheidend ist
- Speisekarte kostenlos erstellen: Die 4 besten Tools im Vergleich
- Schritt-für-Schritt: So erstellst Du Deine Speisekarte
- Was muss rechtlich in einer Speisekarte stehen?
- Digitale vs. gedruckte Speisekarte – Was ist besser?
- Verkaufsfördernde Tipps für Deine Speisekarte
- FAQ – Häufige Fragen zur Speisekartenerstellung
- Moderne Kassensysteme: Speisekarte & Warenwirtschaft verbinden
Warum eine professionelle Speisekarte entscheidend ist
Eine Speisekarte ist nicht nur eine Liste Deiner Gerichte, vielmehr ist sie Dein wichtigstes Verkaufsinstrument. Eine gut gestaltete Speisekarte kann den Umsatz steigern, während eine schlecht konzipierte Karte Gäste verwirrt, vielleicht sogar abschreckt und Verkaufschancen verschenkt.
Deine Speisekarte beeinflusst direkt:
- was Gäste bestellen: Durch geschickte Platzierung und Beschreibung lenkst Du die Aufmerksamkeit auf gewinnbringende Gerichte
- wie viel sie ausgeben: Preispsychologie und Portionsgrößen beeinflussen den durchschnittlichen Bon
- ob sie wiederkommen: Eine übersichtliche, ansprechende Karte schafft Vertrauen und Professionalität.
Das digitale Leben Deiner Speisekarte
Viele Gastronomen unterschätzen immer noch, dass ihre Speisekarte längst ein zweites, digitales Leben führt: Gäste fotografieren Speisekarten nämlich routinemäßig und laden diese Fotos beim Google Business Profile, Instagram, TripAdvisor oder in Facebook-Bewertungen hoch.
Diese Gäste-Uploads erscheinen dann in der Google-Bildersuche und im Google Local Pack. So sehen also viele Deine Speisekarte, oft noch bevor Sie überhaupt als potenzielle Gäste Deine Website besuchen. Das Problem: Du hast keine Kontrolle über Qualität, Aktualität oder Lesbarkeit dieser Fotos.
4 Typische Fehler bei Speisekarten
- Zu viele Gerichte: Das überfordert Deine Gäste und erhöht darüber hinaus auch Warenschwund
- Unklare Preisstruktur: Versteckte Kosten oder fehlende Mengenangaben können Gäste verärgern
- Fehlende Allergenkennzeichnung: Das kann nicht nur für unzufriedene Gäste sorgen, sondern stellt auch rechtlich ein Risiko dar
- Schlechte Lesbarkeit: Zu kleine Schrift und unstrukturiertes Layout
In den folgenden Abschnitten zeigen wir Dir, wie Du diese Fehler vermeiden kannst und eine Speisekarte erstellst, die sowohl am Tisch als auch online überzeugt.
Speisekarte kostenlos erstellen: Die 4 besten Tools im Vergleich
Du musst nicht unbedingt Grafikdesigner beauftragen, um eine professionelle Speisekarte zu erstellen. Im Internet gibt es zahlreiche Tools, mit denen Du kostenlos oder sehr günstig ansprechende digitale und druckbare Speisekarten gestalten kannst.
Wir haben Dir die 4 beliebtesten Anbieter herausgesucht und stellen sie Dir hier mit klaren Empfehlungen, für wen welches Tool am besten geeignet ist, vor.
Canva – Beste Wahl für Einsteiger
Canva eignet sich bestens für kleine Gastronomiebetriebe. Das Tool ist intuitiv bedienbar und bietet bereits in der kostenlosen Version mehr als genug Funktionen für professionelle Speisekarten an.
Das bietet die kostenlose Version:
- Zugriff auf über 250.000 Design-Vorlagen (davon hunderte speziell für Restaurants und Cafés)
- Hunderttausende kostenlose Stockfotos und Grafiken
- 5 GB Cloud-Speicher
- Export als hochauflösendes PDF oder PNG – ideal für Druck und Online-Nutzung
- Drag-and-Drop-Editor – keine Designkenntnisse nötig
Kosten: Kostenlos | Business-Version: 160 €/Jahr pro Person (mehr Vorlagen, mehr Speicher, mit Teamfunktionen)
Empfehlung: Perfekt für Einsteiger, kleine Budgets und alle, die schnell loslegen wollen. Die kostenlose Version reicht für die meisten Gastronomiebetriebe völlig aus.
Adobe Express (ehemals Spark) – Professionelle Designs
Adobe Express ist die richtige Wahl, wenn Du höhere Ansprüche an Design und Qualität hast oder bereits andere Adobe-Produkte nutzt.
Das bietet Adobe Express:
- Professionelle Design-Templates speziell für Gastronomie
- Nahtlose Integration mit Adobe Creative Cloud
- Hochwertige Schriften und Layout-Optionen
- Kostenlose Testversion zum Ausprobieren
Kosten: Testversion kostenlos | Regulär: 9,99 USD/Monat | In Adobe Creative Cloud enthalten
Empfehlung: Ideal für gehobene Gastronomie oder wenn Du bereits Adobe-Kunde bist. Für absolute Einsteiger könnte die Bedienung anfangs etwas komplex sein.
Restaurantwerbung.de – Komplett kostenlos
Wenn Budget absolut keine Rolle spielen darf, ist Restaurantwerbung.de eine solide Option.
Das bietet Restaurantwerbung.de:
- Über 70 fertige Vorlagen zum kostenlosen Download
- Keine Registrierung erforderlich
- Direkt als Word- oder PDF-Datei verfügbar
- 100% kostenlos und ohne versteckten Gebühren
Einschränkungen:
- Weniger Designflexibilität als Canva oder Adobe
- Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten
- Vorlagen wirken teilweise etwas veraltet
Empfehlung: Gut für absolute Budget-Betriebe oder als Übergangslösung. Langfristig bietet Canva jedoch mehr Gestaltungsspielraum.
Flipsnack – Für interaktive digitale Speisekarten
Flipsnack ist spezialisiert auf digitale, "blätterbare" Speisekarten. Dss ist vor allem dann ideal, wenn Du eine besonders hochwertige Online-Präsenz willst.
Das bietet Flipsnack:
- Interaktive Flipbook-Speisekarten (wie ein echtes Buch zum Durchblättern)
- Einbettbar auf der Website
- QR-Code-Integration
- Kostenlose Basisversion mit 3 Katalogen
Kosten: Kostenlos (3 Kataloge) | Starter: 16 USD/Monat | Professional: 38 USD/Monat bei jährlicher Zahlung
Empfehlung: Interessant für gehobene Restaurants, die einen "Wow-Effekt" bei der Online-Speisekarte wollen. Für klassische Print-Speisekarten zu überdimensioniert.
Unser Fazit: Für die meisten Gastronomen wird Canva die beste Wahl sein, denn das Tool ist kostenlos, einfach zu bedienen und liefert professionelle Ergebnisse.
Nur bei sehr speziellen Anforderungen (z.B. Adobe-Integration oder interaktive Karten) lohnt sich ein Blick auf die Alternativen.
Schritt-für-Schritt: So erstellst Du Deine Speisekarte
Jetzt wo Du weißt, welche Tools Du nutzen kannst, zeigen wir Dir den konkreten Prozess – vom Konzept bis zur fertigen Speisekarte.
Schritt 1 – Konzept und Zielgruppe definieren
Bevor Du auch nur ein einziges Gericht aufschreibst, solltest Du Dir über Dein Konzept im Klaren sein.
Wer sind Deine Gäste?
- Laufkundschaft oder Stammgäste?
- Welches Preisniveau erwarten sie?
- Schnelle Mittagspause oder gemütliches Dinner?
- Familien, Business-Kunden oder Foodie-Publikum?
Praktischer Tipp: Erstelle 3–4 fiktive "Ideal-Gäste" (Personas) am besten ganz konkret mit Namen, Alter, Beruf und Vorlieben.
z.B. Beispiel:
Sarah, 34, Marketing-Managerin: Sucht schnelles, gesundes Mittagessen, Budget 16–22 €, mag regionale Zutaten, nutzt Instagram.
Thomas, 52, Handwerker: Will satt werden für gutes Geld, mag Hausmannskost, weniger Experimente, Budget 12–25 €.
Bei jeder Entscheidung fragst Du Dich: "Würde das Sarah/Thomas gefallen?" So bleibst Du fokussiert.
Positionierung klären
- Wofür soll Dein Betrieb stehen? (z.B. "Beste Burger der Stadt", "Authentische italienische Küche", "Vegane Fast-Food-Alternative")
- Was ist Dein Alleinstellungsmerkmal?
- Was kannst Du besser als die Konkurrenz?
Warum Fokus wichtiger ist als Vielfalt
Viele kleine Betriebe machen den Fehler, "für jeden etwas" anbieten zu wollen. Das Ergebnis: Eine überladene Karte, hoher Warenschwund und gestresstes Küchenpersonal.
Besser: 10 perfekte Gerichte statt 30 mittelmäßige. Deine Gäste kommen wieder, weil Du etwas richtig gut kannst und nicht, weil Du alles anbietest.
Schritt 2 – Angebot sinnvoll strukturieren
Wie viele Gerichte sind sinnvoll?
Für kleine Gastronomiebetriebe empfehlen wir:
- 8–12 Hauptgerichte
- 3–5 Vorspeisen
- 3–4 Desserts
- Optional: 4–6 Tages- oder Wochengerichte
Vorteile einer schlanken Speiekarte:
- Weniger Lagerkosten und Warenschwund
- Schnellere Zubereitung in der Küche
- Bessere Qualitätskontrolle
- Gäste entscheiden sich schneller
- Du kannst Dich auf Perfektion konzentrieren
Logischer Aufbau der Karte
Die klassische Struktur funktioniert aus gutem Grund:
- Vorspeisen / Kleine Gerichte
- Salate
- Hauptgerichte (oft unterteilt nach: Vegetarisch, Fisch, Fleisch)
- Beilagen
- Desserts
- Getränke (oft auf separater Karte)
Alternative Strukturen:
- Nach Produktgruppen (z.B. "Vom Rind", "Aus dem Meer", "Vegetarisches")
- Nach Größe/Hunger (z.B. "Kleine Happen", "Großer Hunger", "Zum Teilen")
- Nach Tageszeit (z.B. "Frühstück", "Lunch", "Dinner")
Wichtig: Übersichtlichkeit geht vor Kreativität. Deine Gäste sollen sich schnell zurechtfinden.
Gerichte appetitlich beschreiben
Suboptimale Beschreibung: "Schnitzel mit Pommes – 12,90€"
Gute Beschreibung: "Zartes Schweineschnitzel in goldbrauner Panade, serviert mit knusprigen Pommes Frites und hausgemachter Kräuterbutter – 12,90€"
Verwende appetitanregende Adjektive:
- Geschmack: saftig, würzig, aromatisch, zart, knusprig, cremig
- Herkunft: regional, hausgemacht, frisch, bio, vom lokalen Bauern
- Zubereitung: geschmort, gegrillt, karamellisiert, mariniert
Schritt 3 – Preise richtig kalkulieren
Viele Gastronomen verlassen sich bei der Preisgestaltung auf Bauchgefühl oder schauen einfach, was die Konkurrenz verlangt. Das kann funktionieren oder eben auch nicht.
Die Grundregel der Gastronomie-Kalkulation:
Dein Verkaufspreis muss mindestens decken:
- Wareneinsatz (Kosten der Zutaten)
- Personalkosten (Küche & Service)
- Fixkosten (Miete, Strom, Versicherungen etc.)
- + Gewinnmarge
Faustregel für die Wareneinsatzquote:
- Speisen: 25–35% vom Verkaufspreis
- Getränke: 20–30% vom Verkaufspreis
Beispiel: Ein Gericht kostet Dich 4 € an Zutaten. Bei 30 % Wareneinsatz solltest Du mindestens 13,33 € verlangen (4 € ÷ 0,30 = 13,33 €).
Wichtig: Das ist nur der Wareneinsatz! Personal, Miete etc. sind hier noch nicht eingerechnet.
Vertiefung gewünscht? Lies unseren ausführlichen Artikel: Kalkulation in der Gastronomie – So berechnest Du Deine Preise richtig
Schritt 4 – Design und Lesbarkeit
Eine schön gestaltete Speisekarte macht nicht nur optisch was her, sie ist auch entscheidend für die Lesbarkeit und damit für Kundenzufriedenheit.
Die wichtigsten Design-Regeln:
- Schriftgröße mindestens 12pt, besser noch 14 oder 16pt für Haupttext. Denk an Gäste mit Sehschwäche!
- Maximal 2–3 Schriftarten verwenden (eine für Überschriften, eine für Text)
- Ausreichend Kontrast: Dunkle Schrift auf hellem Hintergrund (oder umgekehrt)
- Weißraum nutzen: Überladene Karten wirken billig und sind schwer zu lesen
- Logische Struktur: Kategorien klar trennen, einheitliche Formatierung
Das Design muss zu Deinem Konzept passen:
- Gehobene Gastronomie: Klassisch, elegant, dezente Farben, hochwertige Materialien
- Burger-Restaurant: Modern, plakativ, kräftige Farben, lockere Sprache
- Italienisches Restaurant: Mediterran, warme Farben, rustikale Elemente
Speisekarte für Online-Nutzung optimieren
Deine Speisekarte wird von Gästen fotografiert und bei Google, Instagram & Co. hochgeladen.
Damit sie dort professionell aussieht. solltest Du Folgendes beachten:
Bildgröße: Mindestens 1080 Pixel Breite
Für: Upload bei Google Business Profile, Instagram, Facebook
So geht's:
- Canva: Export als PNG/JPG → Qualität "Hoch"
- Word: "Speichern unter" → "Als Bild" → Qualität "Hoch"
PDF-Format für Website und Druck
Für: Druck, Website-Download, Google Business Profile
So geht's:
- Canva: "Herunterladen" → "PDF-Druck"
- Word: "Speichern unter" → "PDF"
JPG/PNG für Social Media - Dateigröße unter 5 MB halten. Prüfen: Rechtsklick auf das Bild → "Eigenschaften"
Dateiname optimieren
Schlecht: Dokument1.pdf
Gut: speisekarte-restaurant-musterstadt-2024.pdf
Regeln: Kleinbuchstaben, Bindestriche statt Leerzeichen, Jahr angeben
Faustregel: Öffne die Datei auf Deinem Handy. Ist alles scharf lesbar? Dann passt's!

Was muss rechtlich in einer Speisekarte stehen?
Neben gestalterischen Aspekten gibt es klare rechtliche Vorgaben, was in Deiner Speisekarte stehen muss. Verstöße können teuer werden und vor allem: Sie gefährden die Gesundheit Deiner Gäste.
Preisangabenverordnung (PAngV): Diese Regeln gelten
Die Preisangabenverordnung (PAngV) regelt, wie Du Preise in der Gastronomie ausweisen musst. Das Wichtigste im Überblick:
1. Endpreise ausweisen
- Alle Preise müssen als Endpreise (Inklusivpreise) angegeben werden
- Das heißt: MwSt., Bedienungsgeld und sonstige Zuschläge sind bereits enthalten
- Keine versteckten Kosten oder Zusatzgebühren
2. Feste Preise – keine Circa-Angaben
- Preise müssen exakt sein
- "ab 12 €" oder "ca. 15 €" ist nicht zulässig
- Bei Tagesgerichten: Preis muss feststehen, bevor der Gast bestellt
3. Mengenangaben bei Getränken
- Bei allen ausgeschenkten Getränken muss die Ausschankmenge dabei stehen
- Beispiel: "Coca-Cola 0,3l – 3,50 €" oder "Weißwein (0,2l) – 5,80 €"
- Auch bei Bier, Wasser, Säften, Wein etc.
4. Pfand separat ausweisen
- Wenn Pfand erhoben wird, muss dies separat kenntlich gemacht werden
- Beispiel: "Wasser 0,5l – 2,50 € (zzgl. 0,25 € Pfand)"
5. Aushangpflicht beachten
- Du musst zumindest einen Auszug Deiner Speisekarte außen oder am Eingang gut sichtbar aushängen
- Gäste sollen sich vor dem Betreten informieren können
- Bei Foodtrucks/Imbissen: Große Schilder mit Angebot und Preisen
Mehr Details: Preisangabenverordnung (PAngV) im Volltext
Allergene und Zusatzstoffe richtig kennzeichnen
Seit Inkrafttreten der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) im Dezember 2014 musst Du Deine Gäste über Allergene und Zusatzstoffe in Speisen und Getränken informieren.
Ergänzt wurde dies 2017 durch die Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV) und 2021 durch die Lebensmittelzusatzstoff-Durchführungsverordnung (LMZDV).
Die 14 Hauptallergene, die Du kennzeichnen musst:
- Glutenhaltige Getreide (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer)
- Krebstiere (Garnelen, Krabben, Hummer, Krebse)
- Eier (von allen Tierarten)
- Fisch
- Erdnüsse
- Soja
- Milch (einschließlich Laktose)
- Schalenfrüchte (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashews, Pistazien, Macadamia, Paranüsse)
- Sellerie
- Senf
- Sesamsamen
- Schwefeldioxid und Sulfite (ab 10 mg/kg oder Liter)
- Lupinen
- Weichtiere (Schnecken, Muscheln, Tintenfisch)
Zusatzstoffe, die Du kennzeichnen musst (Auszug):
- Konservierungsstoffe
- Antioxidationsmittel
- Farbstoffe
- Süßstoffe
- Geschmacksverstärker
- Phosphat
- Schwefel
- Chinin
- Koffein
Wie kennzeichnest Du richtig?
Du hast zwei Möglichkeiten:
Option 1: Fußnoten-System (empfohlen)
In der Speisekarte markierst Du jedes Gericht mit Ziffern oder Buchstaben, die auf eine Legende am Ende der Karte verweisen:
Spaghetti Carbonara¹·²·³ – 11,90 €
¹ Glutenhaltiges Getreide · ² Eier · ³ Milch/Laktose
Option 2: Direkte Kennzeichnung
Du schreibst die Allergene direkt hinter das Gericht:
Spaghetti Carbonara
Enthält: Gluten, Eier, Milch
11,90 €
Alternative: Separate Allergenliste
Du kannst auch eine separate Allergenliste auslegen oder als Download auf Deiner Website anbieten. ABER: Du musst in der Speisekarte deutlich darauf hinweisen.
Wichtig: Bei Nichteinhaltung drohen Bußgelder. Viel wichtiger: Du gefährdest die Gesundheit Deiner Gäste! Investiere also die Zeit in korrekte Kennzeichnung.
Offizielle Quellen:
- LMIDV (Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung)
- LMZDV (Lebensmittelzusatzstoff-Durchführungsverordnung)
Digitale Speisekarten: Besondere Anforderungen
Immer mehr Gastronomen setzen auf digitale Speisekarten per QR-Code oder Tablet. Das ist zwar grundsätzlich erlaubt, jedoch gibt es wichtige Einschränkungen.
Wie bekomme ich einen QR-Code?
Das ist einfacher als Du denkst:
1. Speisekarte online verfügbar machen: Lade Deine Speisekarte als PDF auf Deine Website hoch oder nutze einen kostenlosen Cloud-Dienst (z.B. Google Drive, Dropbox) und stelle den Link auf "öffentlich".
2. QR-Code generieren: Gehe auf eine kostenlose Website wie https://qrcodecreator.com/de oder https://www.qrcode-generator.de/. Gib dort die Webadresse (URL) zu Deiner Speisekarte ein.
3. QR-Code herunterladen: Klicke auf "QR-Code erstellen" und lade das Bild herunter (als PNG oder PDF).
4. Ausdrucken und aufstellen: Drucke den QR-Code aus (z.B. auf Tischaufsteller, Visitenkarten oder kleine Schilder am Eingang).
Wichtig: Der QR-Code bleibt immer derselbe, auch wenn Du die Speisekarte dahinter änderst. Du musst also nicht jedes Mal neu drucken, sondern nur die PDF-Datei online aktualisieren.
QR-Code-Speisekarten sind rechtlich zulässig, aber:
- Du darfst nicht voraussetzen, dass alle Gäste ein Smartphone haben
- Es muss immer eine Alternative geben (z.B. gedruckte Speisekarten auf Anfrage)
- Ältere Gäste oder Menschen ohne Smartphone dürfen nicht benachteiligt werden
- Die Aushangpflicht am Eingang gilt weiterhin (nur ein QR-Code reicht hier nicht aus)
Best Practice für digitale Speisekarten
- QR-Code + gedruckte Menükarten als Backup
- Tablet am Tisch mit digitaler Speisekarte
- Hybrid-Lösung: QR-Code für Detailinfos, gedruckte Kurzversion am Tisch
Datenschutz beachten: Wenn Deine digitale Speisekarte über eine App läuft, die Nutzerdaten sammelt, musst Du die DSGVO einhalten (Datenschutzerklärung, Einwilligung etc.).

Digitale vs. gedruckte Speisekarte – Was ist besser?
Die Streitfrage "Digital- oder Print-Speisekarte?" beschäftigt viele Gastronomen. Die Antwort lautet: Es kommt darauf an - und zwar auf Dein Konzept, Deine Zielgruppe und Deine Ressourcen.
Vorteile digitaler Speisekarten
- Schnelle Aktualisierung: Preise, Verfügbarkeiten oder neue Gerichte kannst Du in Sekunden ohne Neudruck ändern.
- Kostenersparnis: Es fallen bei Änderungen keine Druckkosten, keine Laminierung und keine Neuauflage an.
- Hygienischer: QR-Code-Speisekarten müssen nicht ständig desinfiziert werden.
- Platzsparend: Keine Lagerung von Speisekarten nötig.
- Mehrsprachigkeit: Biete einfach verschiedene Sprachversionen an.
- Google-Optimierung: Digitale PDFs kannst Du gezielt für Suchmaschinen optimieren
Wann gedruckte Speisekarten Sinn machen
- Gehobene Gastronomie: Für Viele gehören hochwertige, gebundene Speisekarten einfach zum Erlebnis Gastronomie dazu.
- Ältere Zielgruppe: Viele Senioren haben kein Smartphone oder wollen keines beim Essen nutzen.
- Haptisches Erlebnis: Schönes Papier und edle Mappen schaffen Wertigkeit.
- Keine Ablenkung: Gäste scrollen nicht nebenbei durchs Handy.
- Unabhängig von Technik: Eine traditionelle Speisekarte funktioniert auch bei einem WLAN-Ausfall oder leerem Smartphone-Akku.
Hybrid-Lösung: Das Beste aus beiden Welten
Unsere Empfehlung für die meisten Betriebe lautet: Kombiniere einfach beide Varianten.
Das könnte dann z.b. so aussehen:
- Gedruckte Basis-Karte mit den Klassikern (wird nur 1–2x/Jahr geändert)
- QR-Code auf der Karte führt zur vollständigen digitalen Version mit Tages-/Wochengerichten
- Tafel oder Aufsteller für Specials, Tagesangebote und saisonale Highlights
So gibst Du jedem Gast die Wahl und sparst trotzdem die Kosten bei häufigen Anpassungen.
Verkaufsfördernde Tipps für Deine Speisekarte
Eine gut gestaltete Speisekarte verkauft nicht nur Gerichte, sondern sie lenkt gezielt die Aufmerksamkeit Deiner Gäste und erhöht dadurch den durchschnittlichen Bestellwert. Hier sind bewährte Strategien aus der Praxis:
Die Psychologie der Preisgestaltung
3 Größen statt 2 anbieten
Wenn Du bei Getränken oder Portionen drei statt zwei Größen anbietest, entscheiden sich die meisten Gäste für die mittlere Option. Wolltest Du beispielsweise einen frisch gepressten Orangensaft in 0,2l und 0,4l anbieten, füge eine 0,5l-Variante hinzu, und Du wirst feststellen, dass plötzlich mehr Gäste die 0,4l bestellen werden..
Ankerpreise nutzen
Platziere ein teureres Premium-Gericht in jeder Kategorie. Es muss nicht oft bestellt werden, es macht jedoch die anderen Gerichte im Vergleich günstiger und erhöht damit die Bestellwahrscheinlichkeit der mittleren Preisklasse.
Keine Eurozeichen verwenden
Schreibe "12,90" statt "12,90 €". Warum? Das Währungssymbol erinnert Gäste unbewusst ans Geldausgeben. Studien zeigen: Ohne €-Zeichen wird mehr bestellt.
Preise ausschreiben statt Spalten
Statt Preise rechtsbündig in einer Spalte aufzulisten, schreibe sie direkt hinter die Beschreibung. So vergleichen Gäste weniger und konzentrieren sich mehr auf das Gericht selbst.
Regionalität hervorheben
Gäste zahlen mehr für regionale Produkte. Erwähne konkret: "Spargel vom Bauernhof Müller" wirkt besser als nur "Spargel".
Storytelling nutzen
Erzähle kurz die Geschichte hinter einem Gericht: "Nach Omas original Rezept" oder "Inspiriert von unserer Italienreise" schafft emotionale Bindung.
Welche Gerichte gehören NICHT auf die Karte?
Weniger ist mehr
Streiche Gerichte, die sich seit 3 Monaten schlecht verkaufen. Eine überladene Karte verwirrt Gäste und erhöht Deinen Warenschwund.
Schwache Verkäufer identifizieren
Nutze Dein Kassensystem, um zu sehen, welche Gerichte am wenigsten bestellt werden. Ersetze sie durch saisonale Alternativen.
Saisonale Wechsel einplanen
Plane feste Zeitpunkte für Kartenwechsel ein (z.B. Frühling/Herbst). So bleibst Du interessant für Stammgäste und kannst saisonale Produkte optimal nutzen.
FAQ – Häufige Fragen zur Speisekartenerstellung
Kann ich eine Speisekarte kostenlos online erstellen?
Ja, Tools wie Canva (250.000+ Vorlagen kostenlos), Adobe Express (Testversion) und Restaurantwerbung.de (komplett kostenlos, 70+ Vorlagen) ermöglichen es Dir, professionelle Speisekarten ohne Kosten zu erstellen. Canva ist besonders einsteigerfreundlich und bietet Export als PDF oder hochauflösendes Bild – ideal für Druck und Online-Nutzung.
Was muss rechtlich in einer Speisekarte stehen?
Laut Preisangabenverordnung (PAngV) und LMIV musst Du angeben:
- Endpreise (inkl. MwSt., keine versteckten Kosten)
- Mengenangaben bei Getränken (z.B. 0,3l)
- Allergene (14 Hauptallergene gemäß LMIV)
- Zusatzstoffe (Konservierungsstoffe, Farbstoffe etc.)
Kennzeichnung erfolgt per Fußnoten oder direkt beim Gericht. Aushangpflicht: Mindestens ein Auszug muss außen/am Eingang sichtbar sein.
Wie kennzeichne ich Allergene richtig?
Die 14 Hauptallergene laut LMIV müssen klar ersichtlich sein: Gluten, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesam, Sulfite, Lupinen, Weichtiere.
Best Practice:
- Nummerierung in der Speisekarte (z.B. ¹ = Gluten)
- Fußnotenlegende am Kartenende
- Alternativ: Allergenliste separat auslegen
- Bei digitalen Karten: Verlinkte Allergen-Übersicht
Bei Nichteinhaltung drohen Bußgelder. Investiere Zeit in korrekte Kennzeichnung – es geht um Gästegesundheit!
Wie viele Gerichte sollten auf einer Speisekarte stehen?
Empfehlung für kleine Betriebe: 8–15 Hauptgerichte
Warum?
- Zu große Auswahl überfordert Gäste
- Reduziert Warenschwund
- Erleichtert Küchenprozesse
- Bessere Qualitätskontrolle
Faustregel: Lieber weniger Gerichte perfekt beherrschen als viele mittelmäßig. Ergänze mit Tages-/Wochenkarte für Abwechslung (4–6 wechselnde Positionen).
Wie erstelle ich eine digitale Speisekarte mit QR-Code?
Schritt-für-Schritt:
1. Speisekarte erstellen (z.B. mit Canva)
2. Als PDF exportieren (hochauflösend, max. 5 MB)
3. PDF hochladen: Auf eigener Website oder Cloud-Dienst (Google Drive, Dropbox mit öffentlichem Link)
4. QR-Code generieren: Kostenlose Tools: auf qr-code-generator.de, qrcode-monkey.com gehen, URL zum PDF eingeben
5. QR-Code platzieren: Auf Tischaufstellern, am Eingang oder auf gedruckten Mini-Karten
Vorteil: Änderungen sind sofort online unter demselben QR-Code, ein Neudruck der QR-Mini-Karten ist nicht nötig.
Wie oft sollte ich meine Speisekarte aktualisieren?
Empfehlung:
- Klassische Speisekarte: 2x pro Jahr (Frühjahr/Herbst)
- Tages-/Wochenkarte: Wöchentlich
- Digitale Speisekarte: Bei Bedarf (Preise, Verfügbarkeit)
- Saisonale Anpassungen: 4x pro Jahr
Faustregel: Streiche Gerichte, die sich 3 Monate lang schlecht verkaufen. Ergänze saisonale Highlights (Spargel, Wild etc.) zeitnah.
Übrigens: Mit einem Tillhub Kassensystem Gastronomie kannst Du dank der Bestandsverwaltung und automatischer Staistiken genau verfolgen, welche Speisen sich wie oft verkaufen.
Interessiert? Vereinbare eine kostenlose Demo und lass Dir zeigen, wie ein modernes Kassensystem Deine Speisekarte und Deinen gesamten Betrieb optimieren kann.
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