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Die 5 häufigsten Steuerfehler von Shop Besitzern verhindern

llll➤ So können Sie die fünf häufigsten Steuerfehler von Shop-Besitzern verhindern. Paul-Alexander Thies von Billomat erklärt. ✅

Gastbeitrag von Paul-Alexander Thies, dem Geschäftsführer von Billomat

Online Handel und die Steuer – so können Sie Fehler vermeiden

Der Handel im Internet eröffnet Ihnen einen stark erweiterten Kreis von Interessenten. Die virtuelle Welt erleichtert die Präsentation der Ware ebenso wie die Kommunikation mit dem Kunden. Zudem sparen Sie durch Ihren Online Shop Raum- und Betriebskosten.

Der Laden im Internet muss weder mit Verkaufspersonal besetzt, noch durch Öffnungszeiten eingeschränkt werden. Doch spätestens mit der Steuererklärung werden dem Online Handel Grenzen gesetzt. Die 5 häufigsten Steuerfehler von Shop Besitzern zeugen von der Notwendigkeit, sich vor der Eröffnung eines Internet-Geschäfts gründlich zu informieren.

Laden ist Laden – zumindest in den Augen des Finanzministeriums

Der Fiskus erachtet Ihren Online Shop wie ein normales Ladengeschäft. Das bedeutet, dass Sie bei der Eröffnung Ihres Shops steuerrechtlich mit einem Ladengeschäft gleichgestellt sind. Sie haben dieselben Pflichten hinsichtlich des Steuerrechts zu beachten, denen auch der Betreiber eines Ladens untersteht. Wenn Sie Selbstständig mit einem Online Shop sind, müssen Sie Einkommens-, Umsatz- und Gewerbesteuer abführen. Die Besonderheiten des Online Handels führen oftmals dazu, dass sich Steuerfehler einschleichen.

Steuerfehler werden von zwei Männern korrigiert.

1. Kalkulationsrisiko Shop Erstellung – immaterielles Wirtschaftsgut oder Betriebsausgabe

Vor dem Geschäftsstart muss Ihr Online Shop erstellt werden. Für die Umsetzung Ihres Shops haben Sie entweder eigenes Personal, Sie kaufen einen eingerichteten Shop bei einem Provider oder Sie beauftragen einen IT Fachmann. In jedem Fall müssen Sie zum Teil sehr viel Geld in die Hand nehmen, bis Ihr Shop entwickelt und durch Marketingmaßnahmen begleitet gut frequentiert wird. Zur Überlegung, welche der drei Entwicklungsvarianten Sie wählen sollten gehört die steuerliche Behandlung als immaterielles Wirtschaftsgut oder als Betriebsausgabe. Denn der Fiskus behandelt die drei unterschiedlichen Shop Varianten entweder als Abschreibung oder als sofort absetzbar. Die steuerliche Behandlung müssen Sie im Vorfeld in Ihrer Kalkulation berücksichtigen.

Eigenes Personal

Wenn Sie Ihre Angestellten mit der Erstellung Ihres Shops betrauen, dann können Sie  die Kosten für den Softwarekauf, die Lohnkosten und die Ausgaben für Schulungen als Betriebsausgaben steuerlich absetzen.

Kauf eines Shop Systems

Der Kauf einer Komplettlösung für Ihren Online Shop ist ein immaterielles Wirtschaftsgut, dessen Nutzungsdauer das Finanzamt zwischen sechs bis acht Jahre ansetzt. Den Kaufpreis müssen Sie entsprechend anteilig abschreiben.

Shop vom Dienstleister

Haben Sie einen Dienstleister mit der Erstellung Ihres Shops beauftragt, dann sollten Sie einen Dienstleistungsvertrag abschließen. Damit können Sie die Rechnung in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzen. Haben Sie hingegen mit einem Dienstleister einen Werkvertrag abgeschlossen, dann erachtet das Finanzamt Ihren Shop als immaterielles Wirtschaftsgut, das Sie abschreiben müssen.

 

2. Kauf einer Domain

Für Online Shops lohnt sich oftmals der Kauf einer Domain, um durch einen möglichst passenden Namen gut gefunden zu werden. Den Kaufpreis für Ihre Domain können Sie jedoch nicht als Betriebsausgabe absetzen. Denn die Domain gilt als immaterielles Wirtschaftsgut. Da die Domain aber zugleich nicht abnutzbar ist, dürfen Sie den Kaufpreis nicht abschreiben. Erst beim Wiederverkauf einer URL-Domain können Sie den Einkaufpreis mit dem Verkaufspreis verrechnen und so Ihren Gewinn entsprechend mindern.

 

3. Online Shop mit Anbindung an internationale Plattformen

Betreiben Sie Ihren Shop mit Anbindung an eBay, Amazon oder andere große Plattformen, dann müssen Sie weitere steuerliche Besonderheiten beachten. Denn die meisten der großen Verkaufsplattformen im Internet haben ihren Firmensitz außerhalb von Deutschland. Daher ist auf den Rechnungen, die Sie von den Plattformbetreibern erhalten, keine Umsatzsteuer ausgewiesen. Es gilt hierfür das so genannte Reverse Charge Verfahren nach § 13 Abs. 2 Nr. 1 UStG. Das Verfahren dreht die Umsatzsteuerschuld um. Das bedeutet für Sie, dass Sie die Umsatzsteuer, die der Plattformbetreiber nicht gestellt hat, selbst an Ihr zuständiges Finanzamt abführen musst. Sie können die anfallende Umsatzsteuer mit Ihrer bezahlten Vorsteuer verrechnen, dürfen ihre Angabe allerdings nicht vergessen.

Shop Besitzer übergibt Paket.

4. Porto und Verpackung

Die in Ihrem Online Shop bestellte Ware müssen Sie verpacken und per Post oder Kurier an den Kunden schicken. Ihr Kunde soll auch die Versandkosten bezahlen. Ihnen gilt besondere Aufmerksamkeit. Denn auch die Versandkosten müssen auf Ihrer Rechnung mit Umsatzsteuer ausgewiesen werden. Die Umsatzsteuer für den Versand unterliegt dabei der Umsatzsteuer der Ware. Erheben Sie für Ihre Ware also 7% oder 19% Umsatzsteuer, dann müssen Sie auch auf Ihre Versandkosten 7% oder 19% Umsatzsteuer aufschlagen. Haben Sie es versäumt, Ihren Kunden Umsatzsteuer für den Versand zu berechnen, dann müssen Sie diese aus eigener Tasche an das Finanzamt abführen.

 

5. Lieferschwellen bei Lieferungen ins Ausland

Die umsatzsteuerlichen Vorschriften innerhalb der EU bringen es mit sich, dass Sie nach der speziellen Vorschrift des §3c des Umsatzsteuergesetzes Ihren Kunden befragen müssen, ob er als Privatperson oder als Unternehmer bei Ihnen einkauft. Denn Lieferungen innerhalb der EU an Privatkunden müssen im Land des Kunden versteuert werden, sobald sie bestimmte jährliche Schwellenwerte übersteigen. Für jedes Land gelten andere Werte, zum Beispiel nach Frankreich 35.000 Euro. Unterhalb des Schwellenwertes versteuern Sie den Verkauf beim deutschen Finanzamt.

Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von Paul-Alexander Thies, Geschäftsführer von Billomat.

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Paul-Alexander Thies
gepostet von Paul-Alexander Thies